Monatliche Archive: Februar 2018


Nachbau Gerätebrett Ho 229 V3 #1


Ergänzungen von Wiedmer Erwin zum Nachbau

Am Anfang galt es für mich zu prüfen, wie die eigentliche Instrumentierung der V3 ausgesehen haben könnte ? Damit ich die neuen Erkenntnisse später 1:1 auf meinen Nachbau übertragen konnte? Als Grundlage galt für mich das noch erhaltenen historischen Foto (siehe unten Bild 1 folgend!), wo ich annehmen musste, dass hier einiges an Geräten nicht ganz den Tatsachen entsprach. Dies auf Grund der Tatsache, dass die Instrumentierung, mit der Motorsierung der beiden Jumo 004 Triebwerken des Flugzeuges, wie auf dem Bild so nicht möglich zu sein scheint.

Die Gründe hierfür sind die wichtigen Grundistrumente, die für das dazumal neuartige Triebwerk, für den Flugzeugführer unumgänglich und nötig waren. Die noch unausgereiften neuartigen Triebwerke Jumo 004 mussten durch den Flugzeugführer, während des Betriebes, gründlich und ununterbrochen überwacht werden. Sie waren störanfällig auf unsachgemäße Handhabung durch den Flugzeugführer (zu schnelle Schubregelung des Triebwerks) und konnten dadurch schnell in Brand geraten.

Daher sind Drehzahlanzeiger Fl 20266, Temperaturanzeiger Fl.20338, Druckmesser für Schmierstoff 0 – 10 kg/cm2 Fl 20504-10 sowie die beiden Druckmesser für Kraftstoff 0 -160 kg/cm2 Fl 20516-3 unerlässlich für den Flugzeugführer!

Diese Annahme bestätigen auch Bilder anderer Flugzeugtypen der Luftwaffe, die mit dem Jumo 004 Triebwerk ausgerüstet wurden wie zBs. die Me 262, He 162 und die Arado 234.

Gut zu sehen auf dem folgenden Bild unten, die beiden großen Instrumente Wendehorizont, Fl.22415-1 und großer Führerkompass, Fl.23338 sind nur provisorisch in das Gerätebrett eingebaut ohne die dazugehörenden Befestigungsschrauben! Auffallend auch, dass die Kleininstrumente nur mit zwei Befestigungsschrauben im Gerätebrett fixiert sind.

Bild.1 : Instrumentierung der noch letzten noch existierenden Horten IX im Smithsonian Air and Space Museum, USA

Die Form des Gerätebrettes aus Sperrholz wurde absolut perfekt der geschwungenen Rumpfform angeglichen. Maßgeschneiderte Gerätebretter waren bis dato größtenteils aus dem Bereich des Segelfluges bekannt, wo wenig Platz vorhanden war, und Gewicht gespart werden musste.

Hier das Gerätebrett als Rohbau

Die Instrumentierung ist allgemein recht spartanisch, was natürlich auf die eingeschränkten Platzverhältnisse in der Kabine zurückzuführen ist. Erstaunlich ist nur, dass noch keine Geräte in kleiner Einbaunorm (Einbaudurchmesser 40mm), bzw. Doppelinstrumentierung eingebaut wurden. Dieser Sachverhalt hätte sich aber spätestens bei einer Serienfertigung geändert. Entsprechende Kleininstrumente wurden ja bereits hergestellt, wie z.B. der elektr. Abgastemperaturanzeiger 0-1000°C, Fl.20388, mit 40mm Einbaudurchmesser.

Nachbau der Horten IX (Grundlage 1944)

Der Einbau des großen Führertochterkompasses (Fl.23338) spricht dafür, dass die Ho IX mit einer Jägerkurssteuerung (Schlechtwetterjäger mit Fug 125) ausgestattet werden sollte, was ich bei meinem Nachbau auch so berücksichtigt habe! Gut zu sehen an der kleinen Kurbel, rechts unterhalb des grossen Führertochterkompasses!

Die Farbgebung der Instrumentierung entspricht den dazumal verwendeten Farben für Kraftstoff (gelb), Schmierstoff (braun) sowie den weiß/roten Grenzmarkierungen für Normal- und Gefahrenbetrieb.

Ähnliche Farbgebung wie bei der Me 262 mit dem selben Antrieb (Jumo 004)

Das Grundbrett ist in der üblichen späten Schwarzblau RLM 66 gehalten. Natürlich kommen die schwarz brünierten Schrauben für die Geräte zum Einbau ! Der Nachbau der Horten Ho IX V3 beruht auf den historischen Fotos und erhaltenen Plänen der V3.

Detailansicht der Rollen-Schauzeichen für Fahrwerk und Landeklappen Dazu der quadratische Höhenmesser bis 16 km Höhe, Fl.22326.

Die zwei seltenen Drehzahlanzeiger Fl 20266 zur Triebwerküberwachung, hier noch ohne Grenzbemalung!

Fotomontagen des Nachbaus im Foto des originalen Cockpits




Nachbau Gerätebrett Go 242 #2


Ergänzungen von Harald Melchner zum Go 242 Instrumentenbrett Nachbau

Anbei Bilder von meinem frisch fertiggestellten Go 242 Brett.
Es ist entstanden nach den Originalmaßen, die mir freundlicher Weise Friedrich Günther zur Verfügung gestellt hat; an dieser Stelle nochmal besten Dank an ihn.
Bestückt ist es analog dem Originalbrett, welches auch auf Deiner Page abgebildet ist. Ich habe dafür speziell eine Rückansicht analysiert, um die genauen Typen herauszufinden.

Folgende Geräte sind eingebaut:

Das Gerätebrett war im Original hinten mit Einpressmuttern M4 versehen, was beim Nachbau auch Berücksichtigung fand.
Lackiert ist das Alubrett mit Original Flieglack 7122 von Kiroff in RLM66.


Nachbau Gerätebrett Go 242 #1


Ergänzungen von Friedrich Günther zum Go 242 Instrumentenbrett Nachbau 04.05.2006

 

Ich möchte nun ein paar Zeilen über das Original Brett der Go 242 schreiben, dieses Go-Brett, kam nach der Wende in unseren Besitz. Wir, die Interessengemeinschaft der Deutschen Lastensegler hatten ja den einen DFS 230 neu nach gebaut der im Luftwaffen Museum in Gatow steht und den einen Original Rumpf soweit gehend zusammen gebaut, das er heute in Wunstorf bei Hannover bei den Heeres Flieger steht.

Das Go 242 Brett wurde in Berlin an Herrn Dr. Dr. Steinle übergeben, dies hatte mich nicht gerade sehr erfreut, da ich gerne von dem Brett die Maße abgenommen hätte. Auch hätte es mich Interessiert, was für Fl. Nr. die Geräte hatten.

Zum Glück, haben die Berliner ebenso die Masse abgenommen. Als bekannt wurde, das ich diese Masse bräuchte, hat man mir einfach eine Kopie des Planes zukommen lassen.

Ich gab diesen Plan unserem Metallfachmann, der dann mehrere Bretter davon machte, 2 fertige Bretter sind bekannt, wobei ich von meinem Brett behaupten kann, dass es mit Originalinstrumenten bestückt ist. Bei dem anderen Brett sind Instrumente die nach 1945 produziert worden sind eingebaut worden.

Das Typenschild einer Go 242 !…hatte ich gedacht, dem war aber nicht so, damals hatte man sogar den Laufboden der Go mit einem Alu Typenschild versehen, ich konnte das anhand der Ersatzteilliste der Go 242 feststellen.

Hier noch ein Bild eines Trägers der in der Go 242 eingebaut war (original). Wir haben davon 7 Stück aus einem Garten ausgegraben, sie waren dort als Blumenbeet-
begrenzung eingegraben worden, und sahen noch so gut aus, Dr. Steinle hatte
mit ausgebuttelt. An einem Träger war sogar noch eine Schleppkupplung dran
gehangen mit einem Typenschild , wir hatten zuerst gedacht, das es ein Klumpen Lehm sein könnte, bis wir es sauber machten. Die Träger hat alle Dr. Steinle bekommen, kostenlos bis auf einen, den habe ich.

4.5.2006 , Friedrich Günther

Folgende Instrumente sind zu erkennen :

Bildergalerie

Instrumentenbrett der Go 244 (motorisierte Go 242)

Diese Go 244 war mit französischen Gnome-Rhone Motoren ausgerüstet, was die französischen Instrumente unter dem Gerätebrett erklärt. Zusätzlich ist hier noch ein Führertochterkompass Fl.23333 über dem Gerätebrett angebracht.

Instrumentenbrett Go 242

Aufnahme vom 20.10.1943 in Bobruisk, Russland. Quelle: Sammlung Cohausz

Man beachte die Panzerplatte vor dem Piloten und den FK 38, welcher hier mittig weit unten sitzt.

Steuerhorn Go 242

Go – Starrschleppkupplung

An dem schleppenden Flugzeug wurde ein aus Stahlrohr bestehendes
Gerüst montiert in dem eine Schleppkupplung darin verbaut war. Diese wurde Quer eingebaut. Auf dem Bild der DFS sieht man es sehr schön, das in
der Mitte der Kupplung ein Stück sitzt, dass eine Kreuzform aufweist. Diese
wurde lose eingesetzt. Sie wurde nur durch den Federdruck der Kupplung
gehalten. Die Kupplung der DFS steht also gerade, das andere Gegenstück der Kupplung des Schleppflugzeuges war Quer eingebaut.So konnte jedes Flugzeug im Notfall die Kupplung betätigen, das Schleppgespann wurde getrennt. Das Kreuzteil blieb dann an einer der beiden Kupplungsteile hängen und ging so nicht verloren.

Text : Friedrich Günther

DFS 230 Schleppkupplung

Friedrich Günther

 


Fl.32786-1 Glühlampe


  • Bezeichnung: Glühlampe
  • Anforderungszeichen: Fl.32786-1
  • Leistungsaufnahme: 24V / 15W
  • Hersteller: Osram, Berlin
  • Baujahr: ca. 1940
  • Eingebaut in:  Revi C/12 und anderen Reflexvisieren

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Nachbau Gerätebrett Heinkel He 219 “Uhu”


Heinkel He 219

“UHU”

 

Ergänzung von Werner Rüssmann :

Am 16.1.1945 stürzte nicht weit von meinem Wohnort eine Heinkel He 219 A-2 mit der Besatzung Lt.Heinrich Fries und Fw. Alfred Staffa ab. Dieser Absturz ist auch sehr gut in dem Buch über die He 219 von einem der beiden beschrieben worden. Durch die Lektüre dieses Buches ( Der Nachtjäger Heinkel He 219 von Roland Remp ISBN Nummer 3-925505-51-2 ) wurde mein Interesse an der Heinkel He 219 geweckt und der Gedanke das Instrumentenbrett dieser Maschine nachzubauen in die Tat umgesetzt.Die Bauzeit des Brettes betrug ca. 2 Jahre bis alle Instrumente beschafft waren.Schwierig bei den Instrumenten waren die Doppelstellungsanzeige Fl 20842 und das Anzeigegerät für den elektrischen Funkhöhenmesser FuG 101 a mit der Nummer Ln 28330-1 zu bekommen.

Das originale Gerätebrett der He 219 bestand aus Lignofol (Pressschichtholz= mit härtbarem Kunstharz verklebte Holzfurniere).

Das Brett von der Rückseite :


Fl.20308-1 Dampfdruckthermometer, 1938


  • Bezeichnung: Dampfdruckthermometer
  • Anforderungszeichen: Fl.20308-1 (1m Messleitung)
  • Baumuster: TF57/ 101a
  • Messbereich: 0 – 120 °C
  • Hersteller: J.C Eckardt, Stuttgart-Bad Cannstatt
  • Baujahr: 1938
  • Eingebaut in: z.B. Bücker Bü 131, 133, Messerschmitt Bf 108, Klemm KL 35, Focke-Wulf FW 56, FW 44 u.v.a.
  • Funktionsweise

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Gerätebrett Grunau Bayby 2


Segelflugzeug

“Baby 2”

Segelflugzeugbau Scheider, Grunau – Besatzung: 1 – Spannweite: 13,50 m – Länge: 6,50 m – Höhe: 1,35 m – Leergewicht: 137 Kg – Abfluggewicht: 227 Kg max. – Höchstgeschwindigkeit: 200 Km/h – Gleitzahl: 17 bei 55 Km/h

Beschreibung

Das einsitzige Schulsegelflugzeug “Grunau Baby” ist der weltweit meist gebaute Segler der 30er und 40er Jahre. Der Entwurf geht auf das von E. Schneider und W. Hirth 1931 gebaute Grundmuster zurück. Um den Anforderungen des Schulbetriebes zu entsprechen, wurde es besonders robust ausgelegt und sollte billig und einfach nachzubauen sein. Der Name verweist auf Hirths Flugschule im schlesischen Grunau. Das ab 1933 fliegende Baby wurde in den folgenden Jahren ständig verbessert und erhielt einen zusätzlichen Hilfsholm, eine vergrößerte Spannweite, eine verstärkte Flügelbefestigung sowie ab 1938 eine Sturzflugbremse.

Zu seiner großen Verbreitung – auch im Ausland – trugen einige Segelflugrekorde bei, wie z.B. der 36,5 Stunden Dauerflug Kurt Schmidts von 1933 oder Hanna Reitschs Frauen-Streckenflugrekord von 1934. Neben der “SG-38” war das “Baby” das Standardflugzeug der verschiedenen Fluggruppen und der paramilitärischen Pilotenausbildung in den NS-Fliegerkorps. Auf “Baby” geschulte Hitlerjugend sollte 1944 – also unmittelbar nach Lehrgangsende – in die Ausbildung auf dem Raketenjäger “Me-163” geschickt werden.

Zu diesem späten Zeitpunkt des Krieges hatten diese Maßnahmen jedoch keinen Einfluss mehr auf das Ergebnis der Auseinandersetzung – insbesondere, wegen Materialknappheit und weil die Ausbildung viel zu kurz war. Die Firma “Petra” stellte das “Baby” bis 1945 individuell her. Jedoch entstanden die meisten in dieser Zeit bei den Fliegergruppen nach Werksplänen im Eigenbau.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Produktion erneut aufgenommen, so dass mit diesen Nachkriegsbauten seit 1933 weltweit 5.000 “Grunau Babys” entstanden. Das im Museum ausgestellte Exponat ist ein Nachkriegsprodukt, das noch bis 1977 flog. Nach einer Überholung erhielt das “Baby” die Kennung der Flugsportgruppe des Luftgaus VII.

Folgende Geräte sind eingebaut:

1. Fahrtmesser, J.C.Eckardt (20-150 km/h)

2. Variometer “Lv 7r”, Askania-Werke A.G. (+/- 0-5 m/s)

3. Höhenmesser, Fl.22312, Askania-Werke A.G. (0-3 km)

Nachbau-Gerätebrett

Segelflugplatz