- Bezeichnung: Aussenbordanschluss
- Anforderungszeichen: Fl.32629-1
- Gerät-Nr.: 126-809 A-2
- Baumuster: 77.stp.40a
- Hersteller: LGW-Hakenfelde, Berlin (Siemens)
- Baujahr: ca. 1943
Ende der 1920er Jahre bis zur Einführung der genormten Rundinstrumente nach 1933 waren die Instrumententafeln deutscher Flugzeuge ein Sammelsurium von Instrumentenformen und Größen. Das lässt sich insbesondere bei einigen Instrumentenbrettern von Schul- und Verkehrsmaschinen von Focke-Wulf oder Heinkel ablesen. Beispiele sind Focke-Wulf A32 oder Heinkel HE 9 oder HE 10.
Besonders typisch für diese Zeit waren:
Dieser entstand ab 2007 und wurde später immer wieder durch besser passende und authentischere Instrumente verfeinert. Aufgrund der Seltenheit der Geräte lässt sich so ein Instrumentenbrett aus dieser Zeit nicht gezielt sammeln. Es soll deshalb nur eine Anschauung sein, wie eine solche Instrumentierung damals ausgesehen hat.
Vorlage waren Instrumentenbretter verschiedener Heinkel-Typen in Bezug auf Details, Farbgebung, Anordnung und Beschriftung der Geräte.
Text und Fotos Peter W. Cohausz
Heinkel HE 10
Focke Wulf FW A32
Die Ausrüstung der Flugzeuge des ersten Weltkriegs war viel mehr durchdacht und standardisiert als es heute den Anschein hat. So gab es bereits für viele Bauteile und Instrumente Normblätter der Inspektion der Fliegertruppen, die Aufbau, Anschlüsse, Bemalung oder Zifferblätter vorschrieben. Auch hinter dem Aufbau und der Farbgebung des Fokker D VII Cockpits steckte eine klare Philosophie:
Ein Stahlrohrgerüst mit Drahtverspannung und Stoffbespannung, an dem sämtliche Einbauten mittels Rohrschellen befestigt waren. Hinzu kamen bei den von Albatros in Lizenz gebauten Fokker D VII auch noch Teile aus der Produktion der Albatros D Va wie die Schilder und Hebel der Benzinanlage.
Das feste Rohrgerüst war olivgrün lackiert, während alle abschraubbaren Metallteile schwarz gestrichen waren. Die Holzteile hatten meist nur einen klaren Schutzanstrich. Durch die Verwendung von bedrucktem Bespannstoff (Tarnstoff) wurde außer Spannlack keine Bemalung benötigt, so dass hier Gewicht gespart werden konnte.
Auf der Außenseite des Rumpfes finden sich die Gewichtsangaben, die Linie der Propellerachse und das vom Hersteller aufgeklebte Hinweisschild für den Zusammenbau an der Front mit den Einstellwinkeln.
Typisch waren im Cockpit auch die offen laufende Steuerstangen und Steuerseile. Die Auslösung der Waffen wurde über Bowdenzüge übertragen. Ebenso waren Gashebel und Hilfsgashebel am Steuerknüppel durch einen Bowdenzug verbunden, so dass der Pilot auch bei engen Kurven, wenn er beide Hände am Knüppel lassen musste, noch die Geschwindigkeit regeln konnte.
Die Instrumentierung war vom Herstellerwerk aus eher sparsam, wurde aber oft an der Front nach Wünschen der Piloten ergänzt, insbesondere bei den Staffelführern.
Als Beispiel wird hier Ausrüstung einer von Albatros gebauten Fokker D VII vorgestellt:
(*) nicht serienmäßiger Fronteinbau. (**) Die meisten Fokker D VII hatten als Fahrtmesser ein Morell-Anemometer an den rechten Tragflächenstreben.
Der Aufbau ist als Lehrmodell für eine deutsche Flugzeuginstrumentierung von 1918 gedacht. Die Rumpfbreite ist original, die Höhe etwas verkleinert, begründet durch das Platzangebot des Erbauers. Ebenso mussten bei der Befestigung von Leitungen, Steuerseilen, Steuerstangen u.a. am Rand vorne und hinten kleine Kompromisse eingegangen werden.
Der Nachbau
Der Aufbau dieses Cockpitsegments wurde 1996 begonnen mit der Nachfertigung des Schaltbretts nach Zeichnungen von der im Brome County Historical Museum in Knowlton/Kanada ausgestellten Fokker D VII (Albatros) mit der Bestellnummer Fok D VII (Alb) 6810/18.
Die Instrumentenbretter hießen damals noch Schaltbrett, da mehr Schalter als Instrumente eingebaut waren.
Später wurde das Schaltbrett zu einem Rumpfsegment ergänzt durch Erstellung eines Teils des Stahlrohrgerüsts durch das Fokker Team Schorndorf und eine weitere Schlosserei. Der Bespannstoff kam vom Deutschen Technikmuseum und Riffelblech für die Fußrasten vom Deutschen Museum. Der restliche Aufbau erfolgte in Eigenarbeit.
Auf den Außenseiten sind wie beim Original links die Gewichtstabelle aufgemalt und rechts die Montageanleitung aufgeklebt.
Die Steuersäule ist ein Nachbau aus Holz, ebenso die beiden Bordwaffen LMG 08/15. Es gab zwei Munitionskästen hinter dem Schaltbrett. Der eine für die munitionierten MG-Gurte (hier dargestellt) und der dahinter liegende für die Aufnahme der leergeschossenen Gurte. Die Hülsen wurden während des Fluges über Ableitblechen ausgeworfen.
Vor den Munitionskästen saß bei Original der Benzintank weshalb in dem Bereich die Benzinuhr platziert war.
Mit der Darstellung der Bewaffnung endete der Nachbau 2016.
Text und Fotos Peter W. Cohausz