Gerätetafel DFS-Meise / LO-Meise / DDR-Meise

Vorgestellt wird ein gut erhaltenes, unrestauriertes Bodenfund-Gerätebrett vom Segelflugzeug Meise. Die Vorderseite ist im Laufe der Nutzungsdauer scheinbar mehrfach überlackiert worden, die Rückseite ist unlackiert. Auf der Rückseite befindet sich ein Einschlagstempel „L12“.

Eventuell handelt es sich auch um ein Gerätebrett aus der DFS-Meise von 1944, welche in den 1950`er Jahren in der DDR wieder neu aufgebaut und geflogen wurde.

Vermutlich wurde das Gerätebrett aber in den 1950`er Jahren in der DDR komplett neu hergestellt und mit verfügbaren Geräten instrumentiert.

Nach Kriegsende wurden in der DDR bis 1959 noch 150 Meisen gebaut und bis 1977 bei der GST geflogen. Drei davon waren Eigenbauten, der größte Teil, mit 147 Stück des als Lom 59 „LO-Meise“ bezeichneten Modells, stammte jedoch aus dem VEB Apparatebau Lommatzsch.

Zum Einbau in das Gerätebrett wurden DDR-Geräte, bzw. vorhandenen Geräte aus der Kriegszeit verwendet.

Da bei dem gezeigten Gerätebrett keine Instrumente mehr eingebaut waren, kann hier nur spekuliert werden, was genau eingebaut war, und im Laufe der Nutzungsdauer ausgetauscht wurde. Ab 1960 wurden fast ausschließlich russische Flugzeuginstrumente verbaut. Der ursprünglich eingebaute Führerkompass FK 38 wurde durch einen Nachkriegskompass, vermutlich aus DDR-Produktion (VEB Freibergerger Präzisionsmechanik) oder aus russischer Produktion ausgetauscht. Dafür wurde der untere Ausschnitt  für die Kompensierung vom FK 38 verschlossen.

 

Das Gerätebrett hat die Maße 300 x 210 mm und hat eine Stärke von 2mm.

Material ist Aluminium / Dural.

Eingebaut waren vermutlich folgende Geräte:

 

Geräte für Segelflugzeuge aus DDR-Produktion vor 1960

 

Variometer, L.G.35.7170, Baujahr: 1959, Hersteller: VEB Welta-Werk, Freital

Variometer, L.G.35.7046, Baujahr: 1959, Hersteller: VEB Welta-Werk, Freital

 

Wendezeiger, L.G.35.5030, Baujahr: 1958, Hersteller: VEB Freiberger Präzisionsmechanik

 

Fein-Grobhöhenmesser, L.G.35.7031, Baujahr: 1944, Hersteller: R.Fuess, Berlin (Fl.22320)

 

Fahrtmesser, L.G.35.7370, Baujahr: 1957, Hersteller: Schmidt

 

Fahrtmesser, L.G.35.7377, Baujahr: 1958, Hersteller: Schmidt

Allgemeines zur DFS-Meise:

Die DFS Meise ist ein Segelflugzeug, das für den olympischen Wettbewerb konstruiert wurde. Daher auch der Name „Olympia-Meise“

Da das Segelfliegen 1940 als olympische Disziplin eingeführt werden sollte, wurde 1938 ein Einheitsflugzeug von der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug (DFS) konstruiert, um gleiche Chancen für alle Piloten zu garantieren. Ein Team unter der Führung von Hans Jacobs entwarf die Meise 1938. Dabei sollte der Entwurf die Bedingungen der Ausschreibung als Segelflugzeug für die olympische Klasse erfüllen.

Die DFS Meise ist ein leichter Leistungssegler. Die einfache Konstruktion in Holzbauweise ermöglichte es, das Flugzeug relativ einfach zu reparieren bzw. nachzubauen.

Durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges fanden die olympischen Spiele in Helsinki, für die die Meise bestimmt war, niemals statt.

Obwohl die Meise niemals das „olympische“ Segelflugzeug wurde, als das es gedacht war, kann dennoch gesagt werden, dass es für viele Piloten in vielen Ländern das Flugzeug war, mit dem diese zum ersten Mal den Trichter um ihren Platz verlassen haben, um die Kunst des Überlandflugs zu erlernen. Kein anderes Überland-Segelflugzeug vorher stand in einer solch großen Anzahl zur Verfügung wie die Meise. Die von Schempp Hirth im Jahre 1939 entwickelten Sturzflugbremsen machten es ideal für Außenlandungen auf kleinen Feldern.

Die Spannweite beträgt 15 m, die Gleitzahl liegt bei 26.

Mit über 625 während des Krieges in Deutschland gebauten Meisen erreicht diese nach der SG 38 (9500 Stück), dem Grunau Baby 2b (über 4000 Stück) und dem Kranich 2 (1600 Stück) den vierten Platz der während des Krieges in Deutschland gebauten Segelflugzeuge.