Monatliche Archive: Oktober 2017

Cockpitprofil He 72 “Kadett”


Heinkel He 72 “Kadett”

Bild-Quelle: Archiv, Peter W. Cohausz

Schulflugzeug der Luftwaffe

Die hier beschriebene Gerätetafel des Flugzeugführersitzes stammt eindeutig von einem relativ frühen Baumuster, was gut an der frühen Instrumentierung ersichtlich ist.
Viele dieser frühen Geräte wurden im Zuge der Vereinheitlichung der Flugzeugausrüstung durch das RLM ab dem Jahr 1939/40 nicht mehr hergestellt bzw. eingebaut.

Die zweisitzige Heinkel He 72 „Kadett“ entstand 1933 als zweisitziger Schul- und Übungsdoppeldecker in einer Land- und Seeausführung.
Die in relativ kleinen Stückzahlen produzierte Anfangsserie He 72A war noch mit dem Argus As 8 R Reihenmotor (150 PS) motorisiert.
Die spätere Serienmaschine He 72 B wurde dagegen mit dem luftgekühlten Siebenzylinder-Sternmotor BMW-Bramo Sh 14 A (160 PS) ausgerüstet.

Dieser verspannte, einstielige Doppeldecker entsprach der damals vorherrschender Bauweise.
Der Rumpf aus geschweißtem Stahlrohrgerüst mit Stoffbespannung, und die Tragflügel in zweiholmiger Holzbauweise mit Sperrholznase und Stoffbespannung.
Der vordere Sitz war für den Beobachter, Flugschüler oder Fluggast vorgesehen, der hintere Sitz für den Flugzeugführer. Die He 72 verfügte über eine Doppelsteuerung mit Stoßstangenübertragung.
Die Maximalgeschwindigkeit betrug ca. 185 km/h und die Dienstgipfelhöhe lag bei ca. 3500m.

Die recht übersichtlich wirkende Gerätetafel ist perfekt der Form des Flugzeugrumpfes angepasst.
Da die Lackierung der Gerätetafel recht dunkel wirkt, kann als Farbton RLM 02 (helles Graugrün) ausgeschlossen werden. Vermutlich wurde eine frühe Farbgebung von RLM 66 (dunkles Blaugrau) aufgetragen.

Die Gerätetafel besteht aus 2mm starkem Aluminiumblech (Duralumin), und ist an der Unterkannte durch ein aufgenietetes L-Profil aus Aluminium verstärkt.

Um einen schwingungsarmen Einbau der Gerätetafel am Rumpfgerüst zu gewährleisten, wurden entsprechende Löcher, zur Aufnahme der speziellen „Pufferbefestigungen“ ausgespart.
Die 3 „Pufferbefestigungen“ befinden sich ganz links und rechts, sowohl mittig im oberen Bereich der Gerätetafel. Diese Spezialbefestigungen bestehen aus einem runden Metallflansch, in dessen Mitte ein stabiler, zylindrischer Kautschukblock eingelassen ist. Der Kautschukblock hat mittig eine entsprechende Bohrung zur Befestigung der Gerätetafel am Rumpfgerüst. Der runde Metallflansch der „Pufferbefestigung“ ist mittels 3 Metallschrauben fest mit der Gerätetafel verbunden.

Die Anordnung der Geräte ist konventionell ausgeführt.
In der Mitte befinden sich die Flugüberwachungs- und Navigationsinstrumente, links die Motorbedienung und Netzausschalter fürs Bordnetz, rechts die Motorüberwachungsgeräte.

Bemerkenswert ist die Vielzahl der aufgenieteten und aufgeschraubten Hinweisschilder, sowie der handschriftliche Hinweis über dem Drehzahlmesser: „Kraftstoffverbrauch im Sparflug 25 l/h“, welcher mit Pinsel und weißer Farbe aufgetragen wurde.
Für eine frühe Gerätetafel eher typisch ist die Befestigung der Instrumente von der Hinterseite. Dabei wurden zur Befestigung mit Metallschrauben (M4) spezielle quadratische Muttern verwendet, deren Größe so bemessen war, dass sie sich am Instrumentengehäuse gegen ein Herausdrehen selbst sicherten.

Auch die farbliche Markierung der Motorüberwachungsinstrumente entspricht dem Standard, und sollte den Flugzeugführern helfen, einen schnellen Überblick über die Motordaten zu erhalten.

Ja und wer sich jetzt fragt, wo sich denn der Führerkompass befindet, der sei beruhigt.
Auf unserem Fotoausschnitt ist der Kompass leider nicht zu sehen.
Der hier vorgesehene Führerkompass „Z 4“ war über dem Windschutzaufbau hinter der Windschutzscheibe eingebaut.
Entweder war nicht genug Platz in der Gerätetafel vorhanden, oder, was wesentlich logischer klingt, man konnte somit geschickt die magnetische Beeinflussung des Magnetkompasses durch Metallteile oder Geräte (z.B. Zündschalter) verhindern. Die Kompassablesung war an dieser Stelle natürlich optimal im Blickfeld des Flugzeugführers.

Warum anstelle des Wendezeigers ein Blinddeckel eingebaut ist, und die Borduhr fehlt, habe ich in der „Cockpitanalyse“ beschrieben.

Besonders bedanken möchte ich mich bei Peter W. Cohausz für die freundliche zur Verfügungsstellung der hier abgebildeten historischen Cockpitfotografien.

Berlin, den 28.Januar 2008

Oliver Jordan

Quellenangabe:

– „Cockpits deutscher Flugzeuge“, Peter W. Cohausz, Aviatic Verlag, 2000
– „Flugzeugtypenbuch“ Ausgabe1937/38, Helmut Schneider, Hermann Beyer Verlag, 1937

Gerätetafel – Analyse

Geräteauflistung Heinkel He 72

Es wird speziell nur auf die Instrumentierung der Führergerätetafel des hinteren Sitzes der He 72 auf den hier abgebildeten Fotos eingegangen !

1. Grobhöhenmesser Fl.22307 oder Fl.22316-6
2. Blinddeckel, Wendezeiger Fl.22402
3. Fahrtmesser Fl.22209 , Baumuster: „Lr 19r“
4. Drehzahlmesser Fl.20213 oder Fl.20219
5. Vorratsmesser für Kraftstoff Fl.20710, Baumuster: UA 1/80
6. Einbauloch für Borduhr Fl.22602
7. Dampfdruckthermometer Fl.20336-4 oder Fl.20308-4
8. Druckmesser Fl.20604 oder Fl. 20605 oder Fl.20606 oder Fl.20608 oder Fl.20625
9. Druckmesser Fl.20504 oder Fl.20505 oder Fl.20506
10. Luftpumpe für Vorratsmesser Fl.20742-1, Baumuster: LP3
11. Zündschalter Fl.21109 (SSH 32/ 1Z) oder Fl.21110 (SSH 32/ 2Z)
12. Zugknopf für Reservekraftstoff Gerät- Nr. ? Fl.? / Gerät-Nr. ?
13. Einbauloch für Beleuchtungsschalter Fl.26643
14. Netzausschalter Fl.32301 mit Abdeckung
15. Führerkompass Fl.23208

Bild-Quelle: Archiv, Peter W. Cohausz

Bild-Quelle: Lehrbildreihe, Archiv, Peter W. Cohausz


Cockpitprofil Fw 56 „Stösser“


Cockpitprofil Focke-Wulf Fw 56 „Stösser“

Gerätetafel der Focke-Fulf FW 56 “Stösser”

Die hier beschriebene Gerätetafel der Focke-Wulf FW 56 stammt eindeutig von einem relativ frühen Baumuster, um 1935/36, was gut an der frühen Instrumentierung ersichtlich ist. Da es sich vermutlich um eine Werksaufnahme handelt, könnte es sich auch um ein frühes Erprobungsmuster handeln.
Viele dieser frühen Geräte wurden im Zuge der Vereinheitlichung der Flugzeugausrüstung durch das RLM  ab dem Jahr 1939/40 nicht mehr hergestellt bzw. eingebaut.

Allgemeines:

Das einsitzige Flugzeugbaumuster, Focke-Wulf FW 56 „Stößer“, entstand 1934 als Übungseinsitzer für die Jagdfliegerausbildung.

Bis 1940 wurden ca. 900 Stück davon gebaut und auch in Länder wie Bolivien, Bulgarien, Holland, Österreich und Ungarn exportiert.

Heute gibt es nur noch 1 erhaltenes Exemplar, welches sich zur Zeit in flugfähiger Restaurierung befindet, um danach am Himmel Deutschlands und Europas seine Kreise zu ziehen.

Die robuste Konstruktion des „Stößer“ als Hochdecker in Gemischtbauweise besteht  aus einem bespannten Stahlrohrrumpf. Der zweiteilige, abgestrebte Holzflügel mit ellipsenförmigem Umriss, ohne Landeklappe, hat zur Verkürzung der Schwebe-, und Landestrecke eine kleine ausklappbare Störklappe auf der Flügeloberseite vor dem Sitzausschnitt.

Das besondere an der Bauart der FW 56 ist, dass das Rumpfende einen Seitenflossenansatz hat, auf dem das Höhenleitwerk vor dem Seitenruder befestigt ist.
Als Triebwerk kam bei allen Baureihen der luftgekühlter 8-Zylinder-Motor, Argus As 10C, mit 240 PS zum Einbau.

Für die Jagdfliegerausbildung konnte die FW 56 A-1 mit 2, starr über dem Motor eingebauten, MG 17 ausgerüstet werden.
Die Baureihe FW 56 A-2 war unbewaffnet und wurde gern für den Kunstflug genutzt.

Beim Einstig in den Führerraum, übersichtliche Anordnung der Kraftstoff- und Schmierstoffschema der FW 56 für den Flugzeugführer

Die Gerätetafel:

Die Gerätetafel ist zweiteilig ausgeführt, und fügt sich perfekt aufgrund seiner Formgebung an der Rumpfquerschnitt an.

Die obere Hauptgerätetafel besteht vermutlich aus  2mm starkem Aluminiumblech (Duralumin), welches zur Verstärkung der Konstruktion an den Seitenkanten umgebördelt ist.

Die sich darunter befindliche Zusatzgerätetafel besteht vermutlich aus 0,7 – 1mm starkem Aluminiumblech (Duralumin), welches zur Versteifung der Konstruktion an den Kanten mit von hinten aufgenieteten L-Profilen verstärkt wurde. Dieses Konstruktionsdetail ist sehr gut auf dem Belegfoto zu erkennen.

Zur Befestigung der Instrumente und Schalter sind auf der Rückseite entsprechende Annietmuttern (M4) angebracht.

Die Lackierung der Gerätetafel entspricht entweder dem frühen Farbton für Innenbereiche  „RLM 02“ , oder einem frei gewählten grauen Farbton.

Das es sich auf dem Belegfoto um ein frühe Gerätetafel hoher Fertigungsqualität handelt, ist gut an der sauberen Oberflächenstruktur zu erkennen. Man muss schon sehr genau hinschauen, um die Nietköpfe der Annietmuttern zu erkennen.

Die Geräte

Die Anordnung der Geräte ist konventionell ausgeführt. Auf der linken Seite der Gerätetafel befinden sich die Flugüberwachungs- und Navigationsinstrumente sowie Zündschalter. Auf der rechten Seite sind die Motorüberwachungsinstrumente angeordnet.

Einen Kraftstoffvorratsmesser sucht man in der Gerätetafel vergeblich. Hierfür wurde, gut sichtbar für den Flugzeugführer, vor dem Windschutz oberhalb des Rumpfes, ein Standmesser für Kraftstoffe (Fl.20703-1) eingebaut. Am Schaufenster des Standmessers kann der Flugzeugführer jederzeit den Kraftstoffvorrat ablesen. Das funktionierte natürlich nur im Horizontalflug, da dieses Anzeigesystem auf „Schwimmer-Basis“ beruht.

Der Netzausschalter (Hauptschalter-Bordnetz) ist in der Gerätetafel auch nicht eingebaut. Laut Übersichtsplan der Baubeschreibung befindet sich der Netzausschalter links neben dem Sicherungskasten (Pos.21), in der unteren Zusatzgerätetafel.

Die fehlenden farblichen Grenzwertmarkierungen an den Instrumenten und fehlende Hinweisschilder (auch Deviationstabelle) auf der Gerätetafel sprechen dafür, dass es sich bei unserem Belegfoto um ein Werksfoto einer Mustermaschine handelt. Auch der übrige Führerraumbereich sieht noch unbenutzt/ ladenneu aus!

HINWEIS:

Ausführliche Erläuterungen und Funktionsbeschreibungen finden Sie unten folgend in der „Gerätetafel – Analyse“ !

Besonders bedanken möchte ich mich bei Hans-Peter Dabrowski für die freundliche zur Verfügungsstellung der hier abgebildeten historischen Cockpitfotografien, sowie bei Peter W. Cohausz für Fotos einzelner Flugzeuggeräte.

Mein besonderer Dank gilt Albrecht Würker und seinem Team in Chemnitz.

Berlin, den 18.März 2010

Oliver Jordan

Quellenangabe:

– Flugzeug Classic, „Cockpits historischer deutscher Flugzeuge im Detail“, Peter W. Cohausz, GeraMond Verlag, Ausgabe 9, 2003

– Das Buch der Deutschen Luftfahrttechnik, Bruno Lange, Verlag Dieter Hoffmann, 1970

– Flugzeug-Typenbuch, Hauptausgabe A 1939/40, Dipl.-Ing. Helmut Schneider, Herm. Beyer Verlag

Geräteauflistung Focke-Wulf 56

Es wird speziell nur auf die Instrumentierung der Führergerätetafel auf dem im Titel abgebildeten Foto eingegangen !

Gerät Messbereich Fl – Nummer
1. Störklappen-Betätigung Fl. ?
2. Zündschalter  „SSH 32/1z“ Fl.21109
3. Borduhr  „14/18a“ Fl.22600
4. Fahrtmesser „Lr 19r“ Fl.22211
5. Grobhöhenmesser  „AN 10000“ Fl.22311
6. Halter für Reflexvisier Revi 3c oder d Fl. ? Fl.52085 oder Fl.52116
(auch das Revi 3a ? wurde verwendet ) Fl.52001-1 ?
7. Führerkompass „FK 5“   Fl.23211
8. pneum. Wendezeiger    „Lg 14r“ Fl.22402
9.  Halterung für Deviationstabelle /Ablenkungstafel Fl.23906 Fl. ?
10. Drehzahlmesser „Reta“ Fl.20212
11. Steckdose für Reflexvisier Fl.32601 ?
12. Schalter für Staurohrheizung „SSH 507/1z“ Fl.26643
13. Druckmesser für Kraftstoffdruck „RA 57/711“ Fl.20504
14. Druckmesser für Schmierstoffdruck „RA 57/311“ Fl.20606
15. Schmierstoffthermometer „TF 57/101a“ Fl.20308
16. Handpumpe für Kraftstoff-Nebenbehälter Fl. ?
17. Betriebsdatentafel (Baumusterkarte) Fl. ?
18. Kartentasche Fl. ?
19. Rückkopplungsgeber (Funkanlage) Fl.26609
20.Abstimmungsregler (Funkanlage) fürs FuG VII Fl.26608
21. Sicherungskasten  „77 schrk 3a“ Fl.32307  ?
22.Behälterschaltung  (Brandhahnhebel) Fl. ?

Ist hier ein Revi 3a eingebaut ? Wir suchen noch Bilder zu diesem Revi-Typ ? Danke!

Bild-Quellen: Archiv, Hans-Peter Dabrowski

 


Cockpitprofil Bü 133C “Jungmeister”


Gerätetafel der Bücker Bü 133 C “Jungmeister”

Bild-Quelle: Archiv, Peter W. Cohausz

Die hier beschriebene Gerätetafel stammt von einem frühen Baumuster, was gut an der frühen Instrumentierung ersichtlich ist. Vermutlich handelt es sich sogar bei dieser Werksaufnahme aus einem Askania -Werbeprospekt um eine Mustermaschine für potentielle Käufer.
Viele der hier eingebauten frühen Geräte wurden im Zuge der Vereinheitlichung der Flugzeugausrüstung durch das RLM ab dem Jahr 1939/40 nicht mehr hergestellt bzw. eingebaut.

Allgemeines:

Die Bücker Bü 133 „Jungmeister“ ist die einsitzige Weiterentwicklung des Doppeldeckers Bücker B ü 131 „Jungmann“.
Sie war etwas kleiner, einsitzig und wesentlich stärker motorisiert, ansonsten jedoch weitgehend identisch zur Bü 131.

Es gab die Bü 133 mit einem Hirth HM 6 Reihenmotor von 101 kW (135 PS) als Bü 133A, als Bü 133B mit einem Hirth HM 506 Reihenmotor mit 119 kW (160 PS) und das meistgebaute Baumuster als Bü 133C mit einem Siebenzylinder- Sternmotor Siemens Sh 14 A-4.

Aus der Bücker B ü 131 entwickelte der Bücker Chefkonstrukteur, A.J. Andersson, unter Verwendung ganzer Baugruppen, wie Seitenleitwerk, Fahrwerk und Tragflächenteile den Schul- und Kunstflugeinsitzer Bü 133 „Jungmeister. Das Flugzeug besaß bereits eine am Boden verstellbare VDM-Metallluftschraube und eine sogenannte „Rückenfluganlage“. Der Erstflug des Prototypen Bü 133 V-1 (D-EVEO) erfolgte im Sommer 1935.

Der „Jungmeister“ mit seinen hervorragenden Flugeigenschaften war und ist ein äußerst begehrtes Flugzeug für Kunstflugwettbewerbe, und siegte über viele Jahrzehnte bei zahlreichen nationalen und internationalen Wettkämpfen und Weltmeisterschaften!

Die Gerätetafel:

Baugruppenbezeichnung : R8-133.9002 (nur Gerätetafel, leer)

Die relativ kleine Gerätetafel (260mm x 360mm) aus hochfestem Duraluminblech (1mm stark) passt sich in ihrer Form perfekt dem schmalen Rumpfquerschnitt an. Da die obere geschwungene Außenkanten der Gerätetafel um 90° nach hinten gefaltet (gebördelt) ist, und über die Gesamtlänge der Unterkante, in Form eines „U-Profils“ zweifach gefaltet ist, wird eine sehr hohe Verbiege- Festigkeit und Steifigkeit des dünnen Duraluminbleches erreicht.

Gerätetafel Nachbau

Die Anordnung der Geräte ist konventionell ausgeführt. In der Mitte befinden sich die Flugüberwachungs- und Navigationsinstrumente, links die Motorbedienung (Zündschalter), rechts die Motorüberwachungsgeräte. Die Instrumentierung wurde mittels Schrauben (M4) und entsprechenden (selbstsichernden) Muttern befestigt, bzw. durch Befestigungsringe mit integrierten Gewindebuchsen (M4), welche zum Lieferumfang einiger Instrumente gehörten.

Einen Kraftstoffvorratsmesser sucht man in der Gerätetafel vergeblich. Hierfür wurde gut sichtbar für den Flugzeugführer, vor dem Windschutz, oberhalb des Rumpfes, ein Standmesser für Kraftstoffe (Fl.20703-2) eingebaut. Am Schaufenster des Standmessers kann der Flugzeugführer jederzeit den Kraftstoffvorrat ablesen. Das funktionierte natürlich nur im Horizontalflug, da dieses Anzeigesystem auf „Schwimmer-Basis“ basiert.

Das Belegfoto ist insofern interessant, da die Gerätetafel mit schwarzem Schrumpflack beschichtet wurde. Besonders die Firma Askania AG, als Zulieferer für die Luftfahrtindustrie, verwendete Schrumpflack sehr häufig.

Nennenswert ist auf alle Fälle die frühe 8-Tage Borduhr („Lu 3“ oder Fl.22600) und der Führerkompass „Kleiner Emil “ mit integrierter Deviationstabelle.

Ausführliche Erläuterungen und Funktionsbeschreibungen finden Sie unten in der „Gerätetafel – Analyse“ !

Besonders bedanken möchte ich mich bei Peter W. Cohausz für die freundliche zur Verfügungsstellung der hier abgebildeten historischen Cockpitfotografien.

Berlin, den 18. Februar 2008

Oliver Jordan

 

 

Quellenangabe:
– „Das Buch der Deutschen Luftfahrttechnik“, Bruno Lange, Verlag Dieter Hoffmann, 1970

– Ersatzteilliste Bücker Bü 133C, Baugruppe: 133.90

– „Bücker- Flugzeugbau“, Siegfried Wietstruk, Aviatic- Verlag, 1999

Literaturempfehlung:

– „Bücker- Flugzeugbau“, Siegfried Wietstruk
Aviatic- Verlag, 1999, ISBN 3-925505-28-8

– „Cockpits deutscher Flugzeuge“, Peter W. Cohausz
Aviatic- Verlag, 2000, ISBN 3-925505-57-1

 

Gerätetafel – Analyse

Geräteauflistung Bücker Bü 133 C

Es wird speziell nur auf die Instrumentierung der Führergerätetafel auf dem im Titel abgebildeten Foto eingegangen !

Gerät Messbereich Fl – Nummer
1. Zündschalter SSH 45/67 Fl.21119
2. Grobhöhenmesser Lh 19r 0-6000m Höhe Fl.22307
3. Führerkompass Kleiner Emil“, „Lke 6“ 0-360° Fl.23226
4. Borduhr Fl.22600
oder „Lu 3“ Lu 3
5. Fahrtmesser 60-450 km/h Fl.22229
6. pneum. Wendezeiger „Lg 14r“ Fl.22402
7. Drehzahlmesser 600-3000 U/min Fl.20213 oder Fl.20219
8. Druckmesser (Kraftstoff) 0-0,5 kg/cm² Fl.20504 oder Fl.20505 oder Fl.20506
9. Druckmesser (Schmierstoff) 0-10 kg/cm² Fl.20606 oder Fl.20604 oder Fl.20608 oder Fl.20625
10. Dampfdruckthermometer (Schmierstofftemperatur) 40-180°C Fl.20314-2
oder Dampfdruckthermometer (Schmierstofftemperatur) 40-160 °C Fl.20336-2
11.Anlasspumpe SUM AP 8 Gerät-Nr.: 8-4505 A

Bild-Quelle: Archiv, Peter W. Cohausz


Cockpitprofil Fw 44 “Stieglitz”


Gerätetafel – Beschreibung

Die hier beschriebene (hintere) Gerätetafel des Flugzeugführersitzes stammt von einem relativ frühen Baumuster der Baureihen FW 44 E , was gut an der frühen Instrumentierung ersichtlich ist. Das Belegfoto ist vermutlich um 1937 entstanden. Viele dieser frühen Geräte wurden im Zuge der Vereinheitlichung der Flugzeugausrüstung durch das RLM  ab dem Jahr 1938/39 nicht mehr hergestellt bzw. eingebaut.

Allgemeines:

Die zweisitzige Focke Wulf FW 44 entstand 1932 als zweisitziger Schul- und Sportdoppeldecker. Der Flugzeugkonstrukteur Kurt Tank wurde 1932 Technischer Direktor bei Focke Wulf in Bremen, und sein erstes Flugzeug, das er in dieser Eigenschaft konstruierte, war der „Stieglitz“, der zu einem der berühmtesten Sportflugzeuge werden sollte.

Der in Gemischtbauweise hergestellte gestaffelte Doppeldecker mit Kabelverspannung und einem „N-Stiel“, verfügt über einen zweiteiligen Oberflügel ohne Baldachin, Querruder an Ober- und Unterflügel, einfaches Leitwerk und im Fluge verstellbare Höhenflosse. Stoffbespannter Stahlrohrrumpf, Holzflügel und 2 offene, hintereinander liegende Sitze mit Doppelsteuerung sind typische Eigenschaften dieses Baumusters. Der vordere Sitz war für den Beobachter oder Fluggast vorgesehen, der hintere Sitz für den Flugzeugführer. Der „Stieglitz“ hat sehr gute Flugeigenschaften und war somit auch auf vielen Flugwettbewerben im In- und Ausland vertreten. Später wurde dieses Baumuster in großen Stückzahlen zur Schulung in der Luftwaffe eingesetzt, aber auch im Ausland in Lizenz gebaut.

Die Baureihen FW 44 C und E war mit dem Argus As 8 B Reihenmotor (135 PS) motorisiert. Die Baureihen FW 44 B, D und F wurde dagegen mit dem luftgekühlten Siebenzylinder-Sternmotor  Siemens Sh 14 A (150 PS), bzw. Baureihe J mit der stärkeren Motorausführung  Sh 14 A4 (160 PS) ausgerüstet.

Zweisitziger Sportdoppeldecker

Die Gerätetafel:

Die Gerätetafel besteht aus 1mm starkem Duralblech, und ist zur Versteifung des Bleches an den Aussenkanten nach hinten gebördelt. Die gesamte Unterkante ist zweifach nach hinten gebördelt (U-Profil).

Im Mittelbereich ist die Gerätetafel rückseitig durch 2 senkrecht aufgenietete L-Profile (links und rechts vom Kompass/Blinddeckel) verstärkt. Die äußeren Abmessungen betragen 670mm x 288mm.

Lackierung/Farbgebung

Die Lackierung erfolgte in einem dunklen Grauton, eventuelle auch schon in RLM 66 (schwarzgrau).

Befestigung

Um einen schwingungsarmen Einbau der Geräte zu gewährleisten, wurden auf der Rückseite  entsprechende Pufferbefestigungshalterungen (Gummidämpfung) an der Gerätetafel befestigt. Die 3 Pufferbefestigungen sind in der unteren linken und rechten Ecke, sowie mittig im oberen Bereich (über dem Kompass) an der Gerätetafel befestigt.

Ob sich Ein- oder Annietmuttern zur Befestigung der Instrumente, in der Gerätetafel befinden, lässt sich anhand des vorliegenden Fotos nicht mit Sicherheit sagen. Sicher ist nur, dass die Instrumente mit Metallschrauben (M4)  in der Gerätetafel befestigt sind.

Beobachter-Gerätetafeln

Die Geräte

Die Anordnung der Geräte ist konventionell ausgeführt. In der Mitte und auf der linken Seite befinden sich die Flugüberwachungs- und Navigationsinstrumente sowie Zündschalter. Auf der rechten Seite sind die Motorüberwachungsinstrumente angeordnet.

Einen Kraftstoffvorratsmesser sucht man in der Gerätetafel vergeblich. Hierfür wurde gut sichtbar, vor dem vorderen Windschutz, oberhalb des Rumpfes, ein Standmesser für Kraftstoffe (Fl.20703-1) eingebaut. Am Schaufenster des Standmessers kann der Flugzeugführer jederzeit den Kraftstoffvorrat (max.130 Liter) ablesen. Das funktionierte natürlich nur im Horizontalflug, da dieses Anzeigesystem auf „Schwimmer-Basis“ basiert.

Die fehlenden farblichen Grenzwertmarkierungen an den Instrumenten und fehlende Hinweisschilder (auch Deviationstabelle) auf der Gerätetafel sprechen dafür, dass es sich bei unserem Belegfoto um ein Werksfoto einer Mustermaschine handelt. Auch der übrige Führerraumbereich sieht noch unbenutzt/ ladenneu aus!

Ausführliche Erläuterungen und Funktionsbeschreibungen finden Sie folgend in der „Gerätetafel – Analyse” !

 

Gerätetafel – Analyse

              Geräteauflistung der Focke Wulf Fw 44 E

Es wird speziell nur auf die Instrumentierung der Gerätetafel des hier abgebildeten Belegfotos eingegangen!

1. Borduhr Fl.22602
2. Führerkompass „Z7g“  Fl.23227 Fl.23227
(3.)
Kompensierung des Kompass “Z7”
 Kompensierung
4. Halterungsrahmen für Deviationstabelle  „Nav. Vordruck K6“ Fl.23906
5. Drehzahlmesser Fl.20212
6. Druckmesser (Kraftstoff) Fl.20504
7. Druckmesser (Schmierstoff) Fl.20606
8. Dampfdruckthermometer (Schmierstoff) Fl.20308-4
9. Blinddeckel (Einbauloch für Wendezeiger)  Fl.22402
10. Fahrtmesser Fl.22221
11. Grobhöhenmesser Fl.22310
12. Zündschalter Fl.21109 oder Fl.21110

Besonders bedanken möchten wir uns bei Hans-Peter Dabrowski für die freundliche zur Verfügungsstellung der hier abgebildeten historischen Cockpitfotografien, sowie bei Peter W. Cohausz.

Berlin, den 22.November 2009

Oliver Jordan

Quellenangabe:

– „Cockpits deutscher Flugzeuge“, Peter W. Cohausz, Aviatic Verlag, 2000

– „Das Buch der Deutschen Luftfahrttechnik“, Bruno Lange, Verlag Dieter Hoffmann, 1970


Cockpitprofil AR 96


Gerätetafel der Arado Ar 96 B-1

Bild-Quelle: Archiv, Peter W. Cohausz

Die hier beschriebene Gerätetafel für den Flugschüler dieses zweisitzigen Übungsflugzeuges stammt eindeutig von einem relativ frühen Baumuster, was gut an der frühen Instrumentierung und der Lackierung ersichtlich ist.

Allgemeines:

Die Arado Ar 96 entstand 1936 als zweisitziges Schulungsflugzeug für die Fortgeschrittenenausbildung von angehenden Flugzeugführern.

Die V-Muster und die in relativ kleinen Stückzahlen produzierte Arado 96 A-0/A-1 waren noch mit dem Reihenmotor Argus As 10C (240 PS) motorisiert.

Die späteren Serienmaschinen Arado 96 B-1 bis B-7 wurde dagegen mit dem leistungsstarken Reihenmotor Argus As 410A (465 PS) ausgerüstet.

Dieses sehr fortschrittliche, in Schalenbauweise hergestellte, Schulflugzeug ist als freitragender Ganzmetall-Tiefdecker mit Einziehfahrwerk konzipiert worden. Es besitzt eine einteilige Tragfläche, hydraulischen Landeklappen-Antrieb, welcher mit der Querrudersteuerung gekoppelt ist, und automatische, verriegelbare Vorflügel und Doppelsteuerung.
Die beiden Sitze (Flugschüler und Lehrer) sind im Rumpf hintereinander angeordnet und mit einem Plexiglasaufbau und Schiebehauben abgedeckt.
Das breitspurige Fahrwerk wird hydraulisch eingezogen.
Die Ar 96B ist mit einer Argus-Verstellluftschraube und einer kompletten Blindfluginstrumentierung ausgerüstet.
Die umfangreiche Instrumentierung wurde in der Anordnung an die Cockpitaufteilung von modernen Jagdflugzeugen, wie z.B. der Messerschmitt Bf 109, angeglichen.

Die moderne Bauart dieses Ganzmetall-Tiefdeckers mit Einziehfahrwerk, Vorflügeln und Verstellpropeller vermittelte den Flugschülern auch den Hauch von hochmotorisierten Jagdflugzeugen.

Im Anschluss an die Flugausbildung auf der Ar 96 wurden die angehenden Flugzeugführer in der Regel auch gleich auf der Bf 109 geschult.

 

Die Gerätetafel

Die zweiteilige Hauptgerätetafel ( 1 + 2 ) besteht aus 4,5mm starkem Aluminiumblech (Duralumin).
Sie fügt sich optimal in die Platzverhältnisse dieses Rumpfbereiches ein.

In konventioneller Bauweise sind hier die Fluggeräte angeordnet.
Aufgrund der erheblichen Materialstärke entfielen die Annietmuttern zur Befestigung der Geräte. Die Gewinde zur Aufnahme der Befestigungsschrauben (M 4) wurden direkt in die Hauptgerätetafeln geschnitten.

In der Mitte befinden sich die Flugüberwachungs- und Navigationsinstrumente, links die Motorbedienung und Netzausschalter Fl.32315-2 fürs Bordnetz, rechts die Motorüberwachungsgeräte.

Erstaunlich ist die Lackierung der Gerätetafeln in schwarzem Schrumpflack, was gut an der leicht gekräuselten Oberfläche zu erkennen ist.
Schrumpflack wurde insbesondere für Gerätetafellackierungen in den 30`er Jahren verwendet.
Die spätere Normung des RLM sah eine Cockpitlackierung aller Flugzeugbaumuster in Normallack (matt), im Farbton „RLM 66“ (schwarz-grau) vor.

Bemerkenswert ist auch die Vielzahl der aufgenieteten Hinweisschilder, und die mit roter Farbe aufgemalten elektrischen Bordnetzkennungen (z.B. „M5“ über dem Temperaturanzeiger). Das kann man allerdings häufig bei Übungsflugzeugen beobachten.

Die linke Gerätetafelseite hat eine Breite von 355mm und eine Höhe von 320mm. Hier ist speziell die Blindfluginstrumentierung und Schalter für die Motor- und Luftschraubenbedienung untergebracht.

Die rechte Gerätetafelseite ist leicht hinter die etwas vorstehende linke Gerätetafelseite gesetzt, und hat eine Breite von 210mm und eine Höhe von 310mm.
Ähnlich wie bei allen deutschen Flugzeugmustern dieser Zeit sind hier die wichtigsten Geräte zur Motorüberwachung eingebaut.

Die sich darunter befindliche Zusatzgerätetafel besteht vermutlich aus dünnerem Aluminiumblech (ca. 1,0 -1,5mm), wobei uns weder Maße noch genaue Materialkenntnisse darüber vorliegen.
Gut auf dem Belegfoto zu erkennen ist allerdings, dass die nach unten abfallenden äußeren Seitenkanten nach hinten gebogen (gebördelt) sind, und dass es sich um relativ dünnes Blech handelt.
Hier sind zahlreiche Bedienhebel und Pumpen, sowie die Fahrwerks- und Landeklappenbetätigung untergebracht.

Ausführliche Erläuterungen und Funktionsbeschreibungen finden Sie in der folgenden „Gerätetafel – Analyse” weiter unten !

Besonders bedanken möchte ich mich bei Peter W. Cohausz für die freundliche zur Verfügungsstellung der hier abgebildeten historischen Cockpitfotografie.

Berlin, den 29.August 2008

Oliver Jordan

Gerätebrett-Analyse

Gerätetafel der Arado Ar B-1

Hinweis: Es wird speziell nur auf die Instrumentierung der Gerätetafel des hier abgebildeten Belegfotos eingegangen!

1.Hinweisschild für Fahrwerksbedienung

Bemerkung:

Dieses Schild dient zur Kurzunterweisung der Fahrwerksbedienung. Halt eine Art Erinnerungszettel für die Flugschüler, um bei der Fahrwerksbetätigung auch gar nichts falsch zu machen.
Das mit 4 Nieten an der Gerätetafel befestigte Schild besteht aus recht dünnem Aluminium (ca. 0,5-0,6mm), die Schrift wurde geätzt und das Schild anschließend geschwärzt.

2. Schaltgriff für Luftschraubenverstellung
– Gerät-Nr.?

Zu diesem Schaltgriff liegen uns leider weder Fotos eines Originals, noch irgendwelche anderen Daten vor.
Mit dem Schaltgriff konnte die Stellung der Luftschraubenblätter der speziellen „Argus-Verstellluftschraube“ verändert werden. Bedienungshinweise dazu finden sich auf dem kleinen Hinweisschild, direkt darüber mit folgendem Wortlaut:

3. Fahrwerksanzeige „Vierlampengerät“
Fl.32526
Hersteller: Siemens-LGW, Berlin / Busch-Jäger, Lüdenscheid/ Westf.

Anzeigebereich: Ein (rot) / Aus (grün)

Bemerkung:

Das hier eingebaute „Vierlampengerät“ dient als optische Anzeige für den Betriebszustand des Fahrwerkes.
Ist das Fahrwerk Ausgefahren leuchten beide unteren Lampenfenster mit der Beschriftung „AUS“ grün auf.
Bei eingefahrenem Fahrwerk leuchten die beiden oberen Lampenfenster mit der Beschriftung „EIN“ in roter Farbe auf. Die rote Farbe der Cellonscheiben dient damit gleichzeitig als Warnhinweis, falls ein Flugschüler beim Landeanflug mal vergessen haben sollt, das Fahrwerk auszufahren.
Die grünen Cellonscheiben signalisieren wiederum, dass Alles beim Landeanflug im „grünen Bereich“ ist.
Sollten eine oder beiden Lampen beim Aus- oder Einfahrvorgang des Fahrwerkes mal nicht aufleuchten, so liegt die Ursache dafür in der Regel darin, dass das entsprechende Fahrwerk nicht komplett ein- oder ausgefahren und eingerastet ist, bzw. dass eine Glühlampe defekt ist.

Das hier eingebaute Gerät des Herstellers Siemens-LGW ist komplett im Farbton „RLM 66“ (schwarzgrau) lackiert. Der Schaltknebel im unteren Bereich der Vorderseite dient zur elektrischen Innbetriebnahme des Anzeigegerätes.
Das Vierlampengerät ist knapp oberhalb, des weit nach vorn rausragenden Führertochterkompasses (vorstehender Drehring), in der Gerätetafel eingebaut. Zur besseren Bedienung des Schaltknebels wurde das

4. elektr. Beleuchtungsregler (Dimmer)
Fl.32402-1
Hersteller: Siemens-LGW, Berlin / Busch-Jäger, Lüdenscheid/ Westf.

Dieser veränderliche Widerstandsregler diente zur Regulierung der Gerätebrettbeleuchtung.
Der Beleuchtungsregler in kleiner Bauform besteht aus einem Grundgehäuse aus schwarzem Bakelit und einer hinteren Schutzabdeckung (Aluminiumblech), welche den gewickelten Widerstand schütz.
Die Gehäusebeschriftung „Hell“ und „Aus“ sind in der Tiefprägung mit weißer Farbe hinterlegt, die tiefgeprägte Markierung auf dem Drehknopf ist mit Leuchtmasse ausgefüllt

 

5. Fein- Grobhöhenmesser
Fl.22320
Messbereich: 0-10.000m Höhe
Hersteller: R. Fuess; Berlin-Steglitz

Der hier eingebaute Höhenmesser entspricht dem früheren Standard mit der großen Bezifferung der „Höhenkilometerscheibe“ (0-10km).
Die hier eingebaute Ausführung für Flugzeugführer besitzt an der Frontseite 2 verstellbare Marken mit den Bezeichnungen „F“ und „E“, welche die Druckwerte QFF und QFE repräsentierten. Mit Hilfe dieser 2 Marken und einer weißen Marke hinter dem Instrumentenglas, konnte sich der Pilot sowohl den vorherrschenden Luftdruck am Startplatz, als auch den am Landeplatz merken.

Diese Standardgerät der deutschen Luftwaffe wurde in sehr großen Stückzahlen hergestellt, und war in zahlreichen Flugzeugbaumustern eingebaut. Zur Platz- und Gewichtseinsparung wurde hier ein Feinhöhenmesser mit einem Grobhöhenmesser kombiniert.
Das barometrische Gerät, mit Membrandosenmesswerk und statischem Druckausgleich, reagiert auf kleinste Luftdruckänderungen, wobei das Ziffernblatt anstatt in Millibar in Meter/ Kilometer Höhe geeicht ist.
Im unteren Ziffernblattbereich befindet sich ein Ausschnitt, hinter dem eine drehbare Zahlenscheibe gelagert ist, welche die Höhenkilometer (0-10 km) anzeigt. Der Zeiger selbst zeigt die Höhenmeter an (jeweils in 100m-Bezifferung, 0,0 – 1,0 km). Bei einer komplette Zeigerumrundung im Uhrzeigersinn, wird auf der Zahlenscheibe (Höhenkilometer) jeweils 1 km mehr angezeigt. Bei Zeigerdrehung, entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn, nimmt die angezeigte Höhe entsprechend ab.
Im oberen Ziffernblattbereich befindet sich ein Ausschnitt , hinter dem eine, per Drehknopf (unter an der Front) einstellbare Scheibe für den Luftdruck gelagert ist. Diese Scheibe ist umlaufend mit den Luftdruckwerten von 930-1050 Millibar beschriftet (bedruckt oder graviert).

6. Führertochterkompass PFK/f2
Fl.23334
Messbereich: 0- 360°
Hersteller: A.Patin, Berlin / J.C. Eckardt, Stuttgart

Der hier eingebaute Führertochterkompass entspricht der frühen Bauart, mit lackiertem Gehäuse (RLM 66) und Herstellerschriftzug „PATIN“ auf der Steuerrose.

7. Bordchronograph Bo-UK1
Fl.23885
Messbereich: 0- 12h / 0-30 min (Stoppfunktion)
Hersteller: Gebr. Junghans AG, Schramberg

Auf dem Foto ist gut zu erkennen, dass hier noch ein frühes Modell eingebaut ist mit lackierter Messinglunette, „12-Stundenziffernblatt“ und 30-Minuten Stoppzähler.

Diese Blindfluguhr mit Chronographenfunktion war als wichtiges Navigationsgerät in zahlreichen Flugzeugbaumustern der ehem. Luftwaffe eingebaut.
Das Aluminiumdruckgussgehäuse (lackiert in RLM66) schützte das Uhrwerk Kaliber „J30 BZ“. Rückseitig war das Uhrwerk durch einen dünnen Staubschutzdeckel und einen stabilen Aluminiumboden geschützt, welcher per Bajonettverschluss geöffnet und verschlossen werden konnte.
Die bei „6 Uhr“ befindliche Aufzugskrone dient auch gleichzeitig zum Stellen der Uhr, wenn der kleine Arretierhebel (unterhalb von „5 Uhr“) rausgezogen ist.
Gestoppt (Start-Stopp-Nullung) wurde mit dem kleinen ovalen Drücker unterhalb der Aufzugskrone. Der Sekundenzeiger läuft zentral, während dessen sich der Minutenstoppzeiger (hier 30 min-Einteilung) unterhalb der Zeigerwelle befindet.
Die Lunette mit Startmarke (bei0/60) ist beidseitig drehbar und trägt eine tiefgeprägte 60-Minuteneinteilung, welche mit weißer Farbe hinterlegt ist. Damit kann der Flugzeugführer seine genaue Startzeit markieren.

Oberhalb der Borduhr ist ein Hinweisschild auf die Gerätetafel genietet mit folgendem Wortlaut: „Höchste Sturzfl.-Drehz. 3200 U/min“
„Höchste Sturzfl.-Geschwind. …..km/h“

 

8. Zündschalter SSH 45 / 7Z
Fl.21118 

oder

Fl.21124-1 (mit integrierter Fernbetätigung (über Seilzüge), für Schulflugzeuge mit Doppelinstrumentierung (Flugschüler und Fluglehrer)

Hersteller: Robert Bosch AG, Stuttgart / Stotz-Kontakt GmbH, Stuttgart

Der Zündschalter, oder auch Zündschloss, mit den Schaltmöglichkeiten „0“, „M1“, „M2“ und „M1+M2“ diente zum einzelnen und gemeinsamen Einschalten der 2 Zündkreis bei der Zündung zum Anlassen des Flugmotors.
Der hier eingebaute frühe Zündschalter ist schwarz lackiert, und die Beschriftung ist mit Leuchtmasse belegt.
Der Zündschlüssel besteht aus Stahl mit einem kugeligen, Handknauf aus Aluminiumguss.
Als Besonderheit ist hier hervorzuheben, dass der Handknauf lackiert (rot?) ist.
Der Zündschlüssel musste nach Vorschrift immer „unverlierbar“ an der Gerätetafel per Kette befestigt sein, was man auch gut auf dem Belegfoto erkennen kann.

9. Netzausschalter
Fl.32315-2
Hersteller: Siemens-LGW, Berlin

Dieses Standardbauteil der ehemaligen Luftwaffe diente dazu, per Knopfdruck das gesamte elektrische Bordnetz zu unterbrechen. Der Druckknopf selbst ist rot eloxiert (rot= Notauslösung). Das Gehäuse ist durch die mit weißer Farbe hinterlegten Gravur „Netzausschalter“ gekennzeichnet.
Absolut ungewöhnlich ist das raumnahe Einbauloch, direkt unterhalb des Zündschalters. Die Einbaulöcher für beide Geräte liegen dabei so eng zusammen, dass vom Netzausschalter der obere Teil des Gehäuses abgetrennt (ca.2mm) werden musste, damit beide Geräte auf der Gerätetafel fest montiert werden konnten.
Der Netzausschalter sitz auch kurioser Weise direkt auf dem kleinen, länglichen Hinweisschild für den darunter befindlichen, in der Zusatzgerätetafel eingebauten, Brandhahn.

10. Fahrtmesser (Staudruckfahrtmesser)
Fl.22231
Messbereich: 80– 750 km/h
Hersteller: Bruhn-Werke GmbH, Berlin

Dieses Standardgerät ist ebenfalls früher Bauart, was gut an dem geprägten Ziffernblatt mit Herstellerlogo und Name, Werknummer und Anforderungskennzeichnung zu erkennen ist.

11. elektr. Wendezeiger
Fl.22412
Hersteller: Dr.Th. Horn, Leipzig / Plauen

Laut bisherigen Erkenntnisstand war in der Gerätetafel der Ar 96 B normalerweise der elektr. Wendezeiger, Fl.22406, eingebaut.
Auf dem uns vorliegendem Belegfoto ist aber tatsächlich das Nachfolgebaumuster,Fl.22412 , eingebaut.
Der hier eingebaute Wendezeiger entspricht aber der frühen Bauform des „Fl.22412“, mit der Ziffernblattkennzeichnung „L“ und „R“, welche mit Leuchtmasse belegt ist.

12. Statoskop-Variometer (Membrandosen-Variometer mit Statoskopfunktion)
Fl.22381-10
Messbereich: +/- 0-10 m/s
Hersteller: W. Ludolph, Bremerhaven / Askania-Werke AG, Berlin

Das hier eingebaute Statoskop-Variometer stammt von der Firma W.Ludolph.
Hersteller, Werknummer und Anforderungskennzeichnung sind im Ziffernblatt eingeprägt.

13. elektr. Gitterschauzeichen (Staurohrheizung)
Fl.32525-3
Hersteller: Siemens-LGW, Berlin
Anzeigebereich: Ein / Aus

Ein häufig verwendetes elektrisches Standardbauteil zur Betriebsüberwachung von elektrischen Anlagen. Im Falle der Ar 96 B-1 wird signalisiert, ob die Staurohrheizung in Betrieb ist oder nicht.
Das Hinweisschild mit der Beschriftung: „Staurohr-Heizung“ wurde direkt rechts neben dem Schauzeichen auf der Gerätetafel angebracht.
In größeren Flughöhen, sowie im Winterflugbetrieb bereits am Boden, musst das Staurohr elektrisch beheizt werden, da es ansonsten vereisen und somit ausfallen könnte. Eine Fahrtmessung wäre somit unmöglich.
Die Betriebsbereitschaft der Anlage wird durch weiße Felder (helle Leuchtmasse?) im Gitter der Frontseite angezeigt. Ist die Anlage ausgeschaltet, bleiben die entsprechenden Felder dunkel (schwarz).
2 Abweichungen zu anderen Einbauten dieser Schauzeichen sind hier auffällig. Die Abdeckung mit Lupenglas wurde ersatzlos weggelassen. Das Schauzeichen wurde mittels zweier kleiner Distanzwürfel (Bakelit oder Pertinax?) um ca. 10mm nach vorn versetzt. Es liegt also nicht direkt auf der Gerätetafel auf. Warum dieser Einbau so erfolgte ist schwer nachvollziehbar. Vielleicht war im Rückseitenbereich der Gerätetafel nicht genug Platz für die Einbaulänge?

14. elektr. Vorratsanzeiger (Kraftstoffvorrat)
Fl.20723
Messbereich: 0- 175 Liter
Hersteller: Siemens-LGW, Berlin / Hartmann & Braun, Stuttgart

Der hier eingebaute Vorratsanzeiger, früher Bauart, des Herstellers Hartmann & Braun hat einen maximalen Anzeigebereich von 175 Litern Kraftstoff.
Zur besseren Übersichtlichkeit ist der vordere Bereich des Gerätegehäuses mit gelber Farbe (gelb= Kraftstoff) gekennzeichnet.
Oberhalb des Vorratsanzeigers wurde provisorisch ein, mit Schreibmaschine beschriebenes, Hinweisschild aus Pappe angebracht mit folgender Beschriftung:

„Bis auf Widerruf für Kunstflug gesperrt!“
„Sturzfluggeschwindigkeit auf 400 km/h begrenzt.“
„Dauerleistung 2820 U/min.“
„Ladedruck 1,0 ata.“

Anordnung der Kraftstoffbehälter

15. Ladedruckmesser
Fl.20550
Messbereich: 0,6- 1,8 ata
Hersteller: Askania-Werke AG, Berlin / J.C. Eckardt, Stuttgart

Der eingebaute Ladedruckmesser der Firma Askania hat im Ziffernblatt Herstellerlogo, Werknummer und Anforderungskennzeichnung eingeprägt.
Auffällig sind die am vorderen Gehäusering handschriftlich angebrachten Farbmarkierungen (weiß-rot-weiß) bei 1,15 ata, 1,2 ata und 1,42 ata, als Merkpunkte für die jeweiligen optimalen Ladedrücke in gewissen Höhen und bei entsprechenden Motordrehzahlen.

16. elektr. Temperaturanzeiger (Schmierstofftemperatur)
Fl.20342-2
Messbereich: 0- 120 °C
Hersteller: Siemens-LGW, Berlin / Hartmann & Braun, Frankfurt/ Main

Der hier eingebaute elektr. Temperaturanzeiger, früher Bauart, des Herstellers Hartmann & Braun, hat einen maximalen Messbereich von 120°C.
Zur besseren Übersichtlichkeit ist der vordere Bereich des Gerätegehäuses mit brauner Farbe (braun =Schmierstoff) gekennzeichnet.
Am braun lackierten Gehäusering wurde noch zusätzlich eine handschriftliche Farbmarkierung (weiß-rot-weiß) bei 35°C angebracht. Dieser Wert entspricht der optimalen Schmierstofftemperatur bei laufendem Motor.

17. mechan. Drehzahlmesser (Fliehpendelprinzip)
Fl.20222-3
Messbereich: 600- 3.600 U/min
Hersteller: Bruhn-Werke, Berlin

Der hier eingebaute Drehzahlmesser ist ein sehr häufig bei der Luftwaffe verwendetes Baumuster. Auf dem Ziffernblatt sind Herstellerlogo und Name, Werknummer und Anforderungskennzeichnung eingeprägt. Alle Ziffern sind mit Leuchtmasse belegt.
Auffällig ist die am Gehäusering handschriftlich angebrachte Farbmarkierung (weiß-rot-weiß) bei 2850 U/min, als Merkpunkt für die maximale Dauerleistung der Motordrehzahl.

18. Doppeldruckmesser (Kraftstoff- und Schmierstoffdruck)
Fl.20512-1
Messbereich: 0- 1 kg/cm² (Kraftstoff)
0- 10 kg/cm² (Schmierstoff)
Hersteller: Maximall-Apparate-Fabrik, Berlin

Pneumatischer Standarddruckmesser (Doppeldruckmesser) für 2 Messbereiche in kleiner Einbaunorm. Zur Platzeinsparung wurden hier 2 unabhängig arbeitende Federrohrmesswerke mit entsprechenden 2 Anschlussstutzen (Rückseite) in einem Gehäuse verbaut.
Zur besseren Übersichtlichkeit für den Flugzeugführer, ist das Gehäusevorderteil linksseitig mit gelber Farbe (gelb= Kraftstoff) und rechtsseitig mit brauner Farbe (braun= Schmierstoff) gekennzeichnet.
Das es sich hier um ein frühes Baumuster handelt, kann man gut an den winkligen Stellmarken auf dem Ziffernblatt erkennen. Diese Marken grenzen hier einen Kraftstoffnormaldruck von 0,2 – 0,3 kg/cm², sowie einen Schmierstoffnormaldruck von 3,0 – 10,0 kg/cm² ein.

19. Anlassschalter
Fl.21212-1
mit Sicherheitsklappe und Bedienschild
– Fl.21217-4
Hersteller: Robert Bosch AG, Stuttgart

Ungewöhnlich an dem hier eingebauten Anlassschalter mit Klappe ist die fehlende Lackierung in RLM 66. Vermutlich wurden die frühen Baumuster dieser Schalter noch unlackiert ausgeliefert.
Interessant ist das kleine Hinweisschild (Aluminium, geätzte Schrift, geschwärzt), direkt unterhalb des Anlassschalters, mit folgender Beschriftung :

„Elektrisches Starten“
„max. 30 Sek. ziehen, dann 2 Minuten Pause“
„Starten von Hand:“
„max. 1 Min. drücken, dann 2 Min. Pause“

20. Schalthebel für Brandhahn (oben)
und Hebel für Behälterschaltung (unten)
Gerät-Nr. ?

Brandhahn:
Der im oberen Bereich befindliche Brandhahn besitzt 4 Schaltmöglichkeiten. Der kugelförmige Schaltknauf besteht aus rotem Bakelit (rot= Not/Brandgefahr).
Oberhalb des Schalthebels an der linken Hauptgerätetafel ist dazu ein Hinweisschild mit den einzelnen Schaltungen angebracht:

„P1 u. P2“ „P1“ „P2“ „Brandhahn zu“

Das Aluminiumschild mit geätzter Schrift wurde im Schriftbereich „Brandhahn zu“ mit roter Farbe gekennzeichnet, wobei es ansonsten geschwärzt ist.

Behälterschaltung:
Die Ar 96 verfügt über 3 Kraftstoffbehälter, 1 Hauptbehälter (175 Liter) und 2 Zusatzbehälter (jeweils 35 Liter). Die Behälterschaltung besitzt 3 Schaltmöglichkeiten und befindet sich im unteren Bereich der Schalterkulisse. Der kugelförmige Schaltknauf besteht aus gelbem Bakelit (gelb=Kraftstoff).
Hier wurden die Hinweisschilder direkt auf der Vorderabdeckung mit folgender Beschriftung angebracht:

„Hauptbehälter“, „Zusatzbehälter“, „links“ und „rechts“

Hinweis : Leider liegen uns zu diesem Bauteil keinerlei Teilenummern vor!
Sollte uns einer der Leser diesbezüglich helfen können, würden wir uns sehr freuen!

21. Strom- und Spannungsmesser
Fl.32502-4
Messbereich: +/- 0 -30 A / V
Hersteller: Siemens-LGW, Berlin

Dieses Standardgerät ist ein kombinierter Anzeiger für die Stromstärke und die anliegende Spannung des Bordnetzes.
Mit dem Druckknopf im unteren, rechten Gehäusebereich konnte durch Drücken die Stromstärke abgefragt werden, ansonsten zeigte das Gerät permanent die Spannung an.

22. Handpumpe für Kraftstoff
Gerät-Nr.: 8-96 ?

Diese Handpumpe dient vermutlich zur Erhöhung des anliegenden Kraftstoffdruckes, falls dieser mal zu niedrig sein sollte.
Der kugelförmige Pumpknauf besteht aus gelbem Bakelit (gelb=Kraftstoff).
Oberhalb des Pumpenhebels an der rechten Hauptgerätetafel sind dazu 2 Hinweisschilder mit folgender Beschriftung angebracht:
„Kraftstoffdruck“„Pumpe“

Man hat hier kurioser Weise 2 Schilder für 1 Wort, „Kraftstoffdruckpumpe“, angebracht. Vermutlich war ein passendes Schild nicht vorrätig.

Leider liegen uns zu diesem Bauteil keinerlei Teilenummern vor!
Sollte uns einer der Leser diesbezüglich helfen können, würden wir uns sehr freuen!

23. Schieber für Betriebsdatentafel und Deviationstabelle
– Fl.23501
Hersteller: Wedekind & Co., Hagen (Westf.)

Der hier eingebaute Schieber ist in der Farbe RLM 66 lackiert.

Ein Standardschieber für, je nach Flugzeugtyp, genormte Betriebsdaten-, und Deviationstabellen. Der Schieber besteht aus vorgeformten Aluminiumblechteilen. Die Einschübe für die Tabellen werden von dünnen, transparenten Cellonscheiben abgedeckt, um Verschmutzungen und Beschädigungen zu vermeiden. Der Schieber selbst konnte herausgezogen , und an einem drehbarem Gelenk bewegt werden. Diese Schieber wurden entweder in schwarzer oder in luftwaffengrauer (RLM 66) Lackierung ausgeliefert.

24. Hydraulik- Handpumpe
Gerät-Nr.: 8-96. ?

Die Ar 96 verfügte über ein geschlossenes Hydrauliksystem für die Betätigung von Fahrwerk und Landeklappen.
Diese Handpumpe dient vermutlich zur Erhöhung des anliegenden Hydraulikdruckes, falls dieser mal während des Fluges absinken sollte.
Der kugelförmige Pumpknauf besteht aus lackiertem Aluminium (Farbe ?).
Oberhalb der Pumpe ist ein kleines Hinweisschild mit folgender Beschriftung angebracht:
„Hydr. Handpumpe“

Leider liegen uns zu diesem Bauteil keinerlei Teilenummern vor!
Sollte uns einer der Leser diesbezüglich helfen können, würden wir uns sehr freuen!

25. Schalthebelkasten für Vorflügelverstellung (links)
und Landeklappenverstellung (rechts)
Gerät-Nr.: 8-96 ?

Dieser Hebelschaltkasten wurde vermutlich speziell für die Arado 96 entwickelt. Die Einbaunorm entspricht der eines Flugzeuginstrumentes für Einbaulöcher von 80 mm Durchmesser.

Der Hebel zur Vorflügelverstellung befindet sich auf der linken Frontseite des Gerätes, und trägt am Ende einen kleinen Kugelknauf aus (schwarzem) Bakelit. Links neben dem Hebel sind Hinweisschilder angebracht mit der Beschriftung:
„Vorflügel“ „Zu“ (Pfeil nach oben) / „Auf“ (Pfeil nach unten)

Der Hebel zur Landeklappenverstellung befindet sich auf der rechten Frontseite des Gerätes. Der Hebel selbst scheint von längerer Bauart, als bei der Vorflügelverstellung zu sein. Auch der Kugelknauf scheint einen größeren Durchmesser zu haben, wobei hier der Knauf vermutlich aus Aluminium ist.
Links neben dem Hebel ist ein Hinweisschild befestigt mit der Beschriftung:
„Landeklappe“
Rechts neben dem Hebel befindet sich ein Hinweisschild mit der Beschriftung:
„ Auf – Start – Nieder“

Leider liegen uns zu diesem Bauteil keinerlei Teilenummern vor!
Sollte uns einer der Leser diesbezüglich helfen können, würden wir uns sehr freuen!

26. Anzeigegerät für Landeklappenstellung
Gerät-Nr.: 8-96 ?

Dieses bisher unbekannte Gerät hat den Anzeigebereich von 0-6, für die jeweilige Stellung der Landeklappen, und funktioniert vermutlich rein mechanisch. Die Einbaunorm entspricht der eines Flugzeuginstrumentes für Einbaulöcher von 80mm Durchmesser.
Das Zeigerwerk (Zeiger) ist vermutlich mit einer langen Kugelkette gekoppelt, welche direkt mit den Landeklappen verbunden ist, und sich je nach Bewegung der Klappen bewegt. Die Rückholung der Kette beim Einfahren der Landeklappen erfolgt über eine Feder am Zeigerwerk.

Leider liegen uns zu diesem Bauteil keinerlei Teilenummern vor!
Sollte uns einer der Leser diesbezüglich helfen können, würden wir uns sehr freuen!

27. Schalttafel für Fahrwerksbetätigung und Notbetätigung
Gerät-Nr.: 8-96 ?

Diese Schalttafel zur Fahrwerksbetätigung wurde vermutlich nur für die Arado 96 B-Varianten entwickelt. In der Ar 96 A war noch eine andere Fahrwerksbetätigung eingebaut.
Bei der Frontblende aus Aluminium wurde die erhabene Schrift geätzt und das Schild geschwärzt. Der gekennzeichnete Bereich um den Schriftzug „Not-Ausfahren“ wurde in roter Farbe ausgeführt. Auch die Sicherungsklappe, oberhalb des Schalthebels, ist mit roter Farbe lackiert.

Die genaue Funktionsweise des Gerätes ist gut im Handbuch Bedienvorschrift der Arado 96 B-3 beschrieben.

Leider liegen uns zu diesem Bauteil keinerlei Teilenummern vor!
Sollte uns einer der Leser diesbezüglich helfen können, würden wir uns sehr freuen!

28. Zugring für Feuerlöschanlage
Gerät-Nr.: 8-96. ?

Da dieses Gerät nicht mehr auf dem Bildausschnitt des Belegfotos zu sehen ist kann zum Aufbau und Aussehen wenig gesagt werden.
Dieser Zugring diente vermutlich zur Aktivierung der Feuerlöschanlage, bei Bränden im Motorbereich. Mit Sicherheit war das Gerät mit roter Farbe gekennzeichnet, und verfügte über eine Sicherungseinrichtung gegen unbeabsichtigtes Betätigen.

Leider liegen uns zu diesem Bauteil keinerlei Teilenummern vor!
Sollte uns einer der Leser diesbezüglich helfen können, würden wir uns sehr freuen!

29. Hebel für Verstellung der Seitenruderpedale
Gerät-Nr.: 8-96. ?

Da dieses Gerät nicht mehr auf dem Bildausschnitt des Belegfotos zu sehen ist kann zum Aufbau und Aussehen wenig gesagt werden.
Dieser Hebel diente zur manuellen Verstellung des Pedalabstandes für die Seitenrudersteuerung. Hier konnte sich jeder Flugschüler, je nach Größe und Beinlänge, den optimalen Abstand zum Führersitz einstellen.

Leider liegen uns zu diesem Bauteil keinerlei Teilenummern vor!
Sollte uns einer der Leser diesbezüglich helfen können, würden wir uns sehr freuen!

30. Anlasseinspritzpumpe mit Behälter SUM „ABP 6“
Gerät-Nr. 8-4506 A
Hersteller: SUM Vergaser- Gesellschaft Carl Wirsum & Co., Berlin

Diese spezielle Anlasseinspritzpumpe ist direkt in einem Behälter integriert. Das Gerät ist im unteren Bereich der Zusatzgerätetafel befestigt, was auf Bildausschnitt unseres Belegfotos leider nicht mehr zu sehen ist ( Abb. Nr.7 ).

 

Auf dem Pumpenhebel ist in der Regel das Firmenlogo „Sum“ erhaben eingegossen.
Die komplette Anlage,für die Anlasshilfe des Flugmotors, besteht aus der Pumpe, dem Anlasskraftstoffbehälter und dem Vernebler, nebst den notwendigen Rohrleitungen.
Die Anlasspumpe wurde immer in der Nähe des Führersitzes montiert, der Vernebler im Ansaugrohr des Flugmotors.
Das Besondere an dieser Anlasseinspritzpumpe war, dass sie mit einem automatischen Sicherheitsventil ausgerüstet war, welches verhindert, dass vom laufenden Motor Kraftstoff aus der Pumpe abgesaugt werden kann.
Mittels der Anlasseinspritzpumpe wird der Kraftstoff angesaugt und durch die im Saugrohr des Motors eingeschraubten Verneblerknie,- oder T-Stücke fein zerstäubt in das Saugrohr eingespritzt.

 

Berlin, den 24.August 2008

Oliver Jordan

 

Quellenangabe:

– „Cockpits deutscher Flugzeuge“, Peter W. Cohausz, Aviatic Verlag, 2000
– FLUGZEUG CLASSIC, Ausgabe 10/2003, „Cockpits historischer deutscher Flugzeuge im Detail, Teil 28“
– Cockpitbelegfoto: Sammlung Peter W. Cohausz

 Geräteauflistung der Arado 96 B-1

Es wird speziell nur auf die Instrumentierung der Gerätetafel des hier abgebildeten Belegfotos eingegangen!

1. Hinweisschild für Flugzeugbedienung Schild
2. Schaltgriff für Luftschraubenverstellung ?
3. Fahrwerksanzeige „Vierlampengerät“ Fl.32526
4. Verdunkler Fl.32402-1
5. Fein- Grobhöhenmesser Fl.22320
6. Führertochterkompass PFK/f2 Fl.23334
7. Borduhr Fl.23885
8. Zündschalter SSH 45 / 7Z Fl.21118
9. Netzausschalter Fl.32315-2
10. Fahrtmesser Fl.22231
11. elektr. Wendezeiger Fl.22412
oder Fl.22406
12. Statoskop-Variometer Fl.22381-10
13. elektr. Gitterschauzeichen Fl.32525-3
14. elektr. Vorratsanzeiger Fl.20723
15. Ladedruckmesser Fl.20550
16. elektr. Temperaturanzeiger Fl.20342-2
17. Drehzahlmesser Fl.20222-3
18. Doppeldruckmesser Fl.20512-1
19. Anlassschalter mit Klappe u. Bedienschild Fl.21212-1
20. Schalthebel für Brandhahn (oben) ?
und Hebel für Behälterschaltung (unten) ?
21. Strom- und Spannungsmesser Fl.32502-4
22. Handpumpenhebel für Kraftstoff 8-96 ?
23. Schieber für Betriebsdatentafel und Deviationstabelle Fl.23501
24. Hydraulik- Handpumpe ?
25. Schalthebel für Vorflügelverstellung (links) 8-96 ?
und Landeklappenverstellung (rechts)
26. Anzeigegerät für Landeklappenstellung 8-96 ?
27. Schalttafel für Fahrwerksbetätigung 8-96 ?
28. Zughebel für Feuerlöschanlage ?
29. Hebel für Verstellung der Seitenruderpedale ?
30. Anlasseinspritzpumpe mit Behälter AP6 Gerät: 8-4506 A

Quellenangabe:

  • „Cockpits deutscher Flugzeuge“, Peter W. Cohausz, Aviatic Verlag, 2000
  • „Das Buch der Deutschen Luftfahrttechnik“, Bruno Lange, Verlag Dieter Hoffmann, 1970

Literaturempfehlung:

  • „Cockpits deutscher Flugzeuge“, Peter W. Cohausz, Aviatic- Verlag, 2000, ISBN 3-925505-57-1



Cockpitprofil Fi 156 “Storch”


Gerätebrett der Fieseler Fi 156 “Storch”

 Fieseler Fi 156 Transporter

Allgemeines

Das Gerätebrett 156.902-40 der Fi 156 bestand aus zwei Teilbrettern: Der Hauptgerätetafel 156.902-40-01 und der Blindflugtafel 156.902-40-02, welche über Schwingelemente mit der Hauptgerätetafel verschraubt war. In das Blindflugbrett eingebaut waren die wichtigsten Flug- und Motorüberwachungsinstrumente, während das Hauptgerätebrett nur weniger empfindliche Geräte, sowie die Bedienhebel für Brandhahn und Filterbatterie und andere mechanische Anbauteile aufnahm.
Beide Bretter waren aus tief gezogenem 2mm Dural-Blech. Das Hauptgerätebrett wurde zusätzlich mittels eingenieteter Winkelprofile versteift. Für die Aufnahme der Geräte war das Blindflugbrett komplett, das Hauptgerätebrett teilweise mit Annietmuttern M4 versehen.

Instrumentierung

Generelle Bemerkung: Die Fi 156 C-7 stellt sozusagen die Abschlussvariante einer recht langen Karriere des „Storch“ im Dienste der ehemaligen dt. Luftwaffe dar. Daraus resultiert, dass auch die eingebauten Instrumente vornehmlich solche später Ausführung, mit Herstellercode und bevorzugt Abziehbilder als Typenschilder, waren. Dass dies aber trotzdem nicht konsequent der Fall war, liegt vor Allem daran, dass Lagerbestände älterer Geräte wohl vornehmlich bei Flugzeugen untergeordneter Bedeutung, wie die Fi 156 eines war, aufgebraucht wurden.

Regensburg, den 12.Januar 2007

Harald Melchner

Gerätebrett-Analyse

Bestückung nach Fl-Nummer:

Pos.
Stück
Bezeichnung
Verwendung
Bemerkung
Anf. Z.
Ger. Nr.
Baugr. Nr.
Alternativteil
Stromkreis-
kennz.
1 1 Fahrtmesser Fl 22233 Fl 22228
Fl 22209
2 1 Wendezeiger Fl 22402
3 1 Variometer Fl 22381-10 Fl 22382
Fl 22384
4 1 Höhenmesser Fl 22320
5 1 Borduhr Kienzle Fl 23886-1 Fl 23886
Fl 23885
6 1 Drehzahlmesser Fl 20222-3 Fl 20222
7a 1 Temp. Anzeiger 130°C Fl 20342 Fl 20343 M1
7b 1 Instrumentensteckdose für elt. Anzeigegeräte Fl 32615-3 M2
8 1 Druckanzeiger doppel 1/10 Fl 20512-1
9 1 Beleuchtungsregler (Dimmer) Fl 32402-1 C3
10a 1 Gerätebrettleuchte an GB-Leuchte Fl 32267 C1
10b 1 Leuchtenkappe an GB-Leuchte Fl 32253-3
10c 1 Feder an GB-Leuchte Fl 32253-5
10d 1 Lampe, 24V, 3(5)W, Ba15d an GB-Leuchte Fl 32778 Fl 32779
11 1 Kippschalter Einb. Fl 32316 C4
12 1 Geschwindigk. Datentafel 156.902-4011
156.902-4012
13a 1 Betriebsdatenschieber Fl 23501
13b 1 Betriebsdatentafel in Schieber 156.902-4014
13c 1 Deviationstabelle in Schieber Fl 23906
14 1 Ventilbatteriehebel 156.704-14H01
15 1 Trimmdatentafel 156.902-4013
156.902-4015
16 1 Anlasseinspritzpumpe nicht in Gerätebrett 8-4505 A
17 1 Kartenkasten nicht in Gerätebrett 156.902-26
18 1 Starter nicht in Gerätebrett Fl 21212 B7 (?)
19 1 Kippschalter Einb. nicht in Gerätebrett Fl 32350 ?
20 1 Zündschalter Fl 21118 B5
21 1 Brandhahnhebel 156.704-08H02
22 1 Netzausschalter Fl 32315-2 A6
23a 1 Merkleuchte rot Fl 32529 B12
23b 1 Lampe, 24V, 2W, Ba7s in Merkleuchte rot Fl 32774
24 1 Schauzeichen mit Blende Fl. 32525-3 Fl 32525-4 D4



Fl.22413-2 Fl.22414-2 Halteblech für Notwendezeiger


  • Bezeichnung: Halteblech für Notwendezeiger (Fl.22413-1 / Fl.22414-1)
  • Anforderungszeichen: Fl.22413-2 / Fl.22414-2
  • Gerät-Nr.: 127-287-U31
  • Hersteller: ?
  • Baujahr: ca. 1944
  • Verwendung für: als Halteblech mit Klemmvorrichtung (für Gerätebretter unterschiedlicher Stärke) für Notwendezeiger

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Fl.22413-3 Fl.22414-3 Batteriekasten für Notwendezeiger


  • Bezeichnung: Batteriekasten für Notwendezeiger (Fl.22413-1, Fl.22414-1)
  • Anforderungszeichen: Fl.22413-3 / Fl.22414-3
  • Gerät-Nr.: 127-287-U32
  • Hersteller: cpm = Elektrotechnische Fabrik Schmidt & Co., GmbH, Berlin
  • Baujahr: ca. 1944 / 1945
  • Verwendung für: als Batteriekasten (Stromversorgung) für Notwendezeiger

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